Wie sicher sind Werbeartikel? Worauf Unternehmen bei Produktsicherheit achten sollten
von: Tobias Wiegers | 07.09.2026, 11:22:00
Bei Werbeartikeln sprechen wir häufig über Design, Preis, Druckfläche und Wirkung. Eine Frage wird dagegen deutlich seltener gestellt: Ist der Artikel, den wir an Kunden, Mitarbeitende oder Besucher verteilen, eigentlich sicher?
Bei einem Kugelschreiber erscheint diese Frage zunächst vielleicht übertrieben. Bei einer Powerbank, einer Trinkflasche, einem Ladegerät, einem Kinderspielzeug oder einem Artikel mit Lebensmittelkontakt sieht das schon anders aus.
Genau deshalb gehört Produktsicherheit auch beim Einkauf von Werbeartikeln inzwischen zu den Punkten, die Unternehmen zumindest im Blick haben sollten. Dabei geht es nicht darum, dass der Besteller selbst zum Produktsicherheitsexperten werden muss. Viel wichtiger ist, Artikel über eine nachvollziehbare Lieferkette zu beziehen und bei sensiblen Produkten die richtigen Fragen zu stellen.
Die GPSR betrifft auch viele Werbeartikel
Seit dem 13. Dezember 2024 gilt in der Europäischen Union die General Product Safety Regulation, kurz GPSR. Die EU-Verordnung 2023/988 regelt die allgemeine Produktsicherheit und soll sicherstellen, dass nur sichere Verbraucherprodukte auf dem europäischen Markt bereitgestellt werden.
Das Thema betrifft nicht nur klassische Einzelhandelsprodukte. Auch Produkte, die zunächst zwischen Unternehmen gehandelt werden, können darunterfallen, wenn eine Nutzung durch Verbraucher vernünftigerweise vorhersehbar ist.
Bei Werbeartikeln ist genau das häufig der Fall: Ein Unternehmen bestellt beispielsweise Trinkflaschen, Taschen, Powerbanks oder Schreibgeräte und gibt sie anschließend an Mitarbeitende, Kunden oder Besucher weiter.
Weitere Informationen zur Verordnung finden Sie direkt in der Verordnung (EU) 2023/988 über die allgemeine Produktsicherheit.
Produktsicherheit hängt vom jeweiligen Werbeartikel ab
Nicht jeder Werbeartikel stellt dieselben Anforderungen. Bei einem einfachen Notizblock bestehen andere mögliche Risiken als bei einem elektronischen Produkt mit Akku.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen beispielsweise:
- elektronische Werbeartikel wie Powerbanks mit Logo, Ladegeräte oder Leuchten,
- Trinkflaschen, Kaffeebecher und andere Trinkgefäße mit Lebensmittelkontakt,
- Produkte, die für Kinder bestimmt sind oder von Kindern genutzt werden können,
- Textilien und Werbetextilien mit direktem Hautkontakt,
- Artikel mit Batterien oder Akkus sowie
- Produkte, bei denen bestimmte Warn- oder Gebrauchshinweise erforderlich sind.
Dabei gibt es nicht das eine Prüfzeichen, das sämtliche Anforderungen für jeden Werbeartikel abdeckt. Je nach Produkt gelten unterschiedliche europäische und nationale Vorschriften.
CE ist nicht automatisch ein Qualitätssiegel
Ein Punkt sorgt beim Einkauf immer wieder für Missverständnisse: die CE-Kennzeichnung.
CE bedeutet nicht grundsätzlich, dass ein Produkt besonders hochwertig ist oder unabhängig geprüft wurde. Die Kennzeichnung ist vielmehr für bestimmte Produktgruppen vorgeschrieben und zeigt, dass der Hersteller erklärt, die jeweils einschlägigen europäischen Anforderungen einzuhalten.
Umgekehrt benötigt längst nicht jeder Werbeartikel eine CE-Kennzeichnung. Ein klassischer Kugelschreiber oder eine einfache Stofftasche muss deshalb nicht automatisch ein CE-Zeichen tragen.
Bei technischen oder sicherheitsrelevanten Produkten sollte dagegen geprüft werden, welche Kennzeichnungen und Unterlagen für das konkrete Produkt erforderlich sind.
Warum die Herkunft allein wenig über die Sicherheit aussagt
Auch das Herstellungsland ist für sich genommen kein zuverlässiges Qualitätsmerkmal.
Viele hochwertige Werbeartikel und Markenprodukte werden außerhalb Europas hergestellt. Entscheidend ist deshalb weniger, ob auf einem Produkt „Made in China“ oder „Made in Europe“ steht, sondern ob die Lieferkette nachvollziehbar ist und die für das Produkt notwendigen Anforderungen eingehalten werden.
Gerade bei sehr günstigen Direktimporten sollte ein gewerblicher Käufer deshalb berücksichtigen, dass mit einem direkten Import aus einem Drittstaat zusätzliche Verantwortlichkeiten entstehen können.
Für Unternehmen, die Werbeartikel lediglich einsetzen möchten, ist es deshalb meist deutlich unkomplizierter, Produkte über einen etablierten europäischen Anbieter zu beziehen, der die Lieferkette kennt und bei Fragen zum Produkt Ansprechpartner ist.
Trinkflaschen, Textilien und Elektronik haben unterschiedliche Anforderungen
Gerade bei häufig eingesetzten Werbeartikeln lohnt sich ein genauerer Blick. Eine Trinkflasche wird anders genutzt als ein T-Shirt oder eine Powerbank und unterliegt entsprechend anderen Anforderungen.
Bei Trinkflaschen spielen neben der Produktsicherheit beispielsweise Material, Einsatzzweck, Verschluss, Reinigung und Veredelung eine Rolle. Welche Unterschiede es bei der Auswahl gibt, erklären wir ausführlicher in unserem Beitrag Trinkflaschen mit Logo für Firmen richtig wählen.
Bei elektronischen Werbeartikeln stehen dagegen elektrische Sicherheit, Akkus, Ladeverhalten und gegebenenfalls erforderliche Kennzeichnungen stärker im Vordergrund. Textilien wiederum werden direkt auf der Haut getragen und müssen deshalb unter anderem hinsichtlich Material und Verarbeitung zum vorgesehenen Einsatz passen.
Auch die Werbeanbringung muss zum Produkt passen
Die meisten Werbeartikel werden erst durch die Veredelung zum individuellen Werbemittel. Ein Logo wird beispielsweise gedruckt, graviert oder auf ein Textil übertragen.
Auch dabei muss die Kombination aus Artikel und Veredelungsverfahren stimmen. Materialien reagieren unterschiedlich auf Druckfarben, Hitze, Laser oder andere Verfahren.
Deshalb sollte die Werbeanbringung nicht unabhängig vom Produkt betrachtet werden. Welche Möglichkeiten sich eignen, hängt unter anderem vom Material und von der vorgesehenen Nutzung ab. Einen Überblick über die verschiedenen Verfahren finden Sie auf unserer Seite Drucktechniken für Werbeartikel.
Was Unternehmen beim Einkauf konkret fragen können
Der Besteller eines Werbeartikels muss weder Gesetzestexte studieren noch selbst technische Prüfberichte auswerten. Bei bestimmten Produkten sind einige einfache Fragen trotzdem sinnvoll:
- Wer ist Hersteller beziehungsweise verantwortlicher Wirtschaftsakteur?
- Ist das Produkt für den vorgesehenen Einsatz geeignet?
- Gibt es erforderliche Kennzeichnungen oder Sicherheitshinweise?
- Sind bei sensiblen Produktgruppen entsprechende Nachweise vorhanden?
- Ist nachvollziehbar, über welche Lieferkette der Artikel bezogen wurde?
Besonders wichtig wird dies, wenn größere Stückzahlen verteilt werden. Ein Produkt, das 5.000-mal an Kunden ausgegeben wird, ist schließlich nicht nur ein Werbeträger. Es ist 5.000-mal mit dem Namen und dem Image des werbenden Unternehmens verbunden.
Produktsicherheit ist auch Markenschutz
Genau darin liegt aus unserer Sicht ein besonders wichtiger Punkt.
Ein Werbeartikel trägt das Logo des werbenden Unternehmens. Für den Empfänger ist deshalb zunächst dieses Unternehmen sichtbar – und nicht der Hersteller des eigentlichen Artikels.
Ein schlecht funktionierendes Ladegerät, eine undichte Trinkflasche oder ein minderwertiger Artikel fällt emotional schnell auf die Marke zurück, deren Logo darauf angebracht ist.
Produktsicherheit und Qualität sind deshalb nicht nur gesetzliche oder technische Themen. Sie gehören auch zum Markenschutz.
Nicht jeder Werbeartikel muss kompliziert werden
Trotz zusätzlicher Vorschriften besteht kein Grund, aus der Beschaffung eines Kugelschreibers, einer Tasse oder einer Stofftasche ein juristisches Großprojekt zu machen.
Die meisten Unternehmen benötigen vor allem einen zuverlässigen Lieferanten, der weiß, woher seine Produkte stammen, welche Anforderungen gelten und bei Rückfragen Auskunft geben kann.
Bei Media Werbung Wiegers beschäftigen wir uns seit vielen Jahren nicht nur mit dem Bedrucken und Veredeln von Werbeartikeln, sondern auch mit Materialien, Veredelungsverfahren und den unterschiedlichen Anforderungen der Produkte.
Unser Anspruch ist deshalb weiterhin derselbe: Der Kunde soll möglichst unkompliziert den passenden Werbeartikel erhalten – während die technischen Fragen dort geklärt werden, wo sie hingehören.
Weitere Antworten zu Bestellung, Druckdaten, Korrekturabzug, Veredelung und Lieferung finden Sie in unseren FAQ rund um Werbeartikel und Bestellung.